Schluckstörungen / Dysphagie

Als Schluckstörungen bezeichnet man Störungen der Nahrungsaufnahme.

Sie können sich als Kau- und Trinkstörungen äußern. Die Lebensqualität kann durch solche Störungen immer beeinträchtigt sein. Essen und Trinken ist häufig nur noch schwer möglich (künstliche Ernährung mittels Sonde ggf. erforderlich), schwere gesundheitliche Störungen (z.B. Lungenentzündungen) können die Folge sein.

Schluckstörungen treten hierbei häufig neben Sprach- und Sprechstörungen und neurologischen Erkrankungen auf.

Tumorerkrankungen im Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich können auch eine Dysphagie auslösen.

Im Bereich der Schluckstörung unterscheidet man in zwei Gruppen:



Schluckstörungen bei Veränderungen direkt an den am Schlucken beteiligten Organen (Tumore im Mundrachen und im Kehlkopf)

 und Schluckstörungen nach Verletzungen des Gehirns.

Die Ursache ist dann eine Schädigung der Bereiche des Gehirns, die für die Steuerung der am Schlucken beteiligten Organe zuständig sind.

 

(nach Schlaganfall, Schädel- Hirn- Trauma oder nach Gehirn- Tumor- Operationen). 

Die Beweglichkeit und die Sensibilität von Gesichts-, Zungen-, Rachen-, und Kehlkopfmuskulatur können beeinträchtigt sein.

Dadurch sind natürliche Funktionen, wie Mundschluss, Abbeißen, Kauen, Transport von Nahrung durch die Zunge, aber auch Speichelschlucken gestört.

Da Speise- und Luftröhre sich im Kehlkopf kreuzen, können solche Störungen besonders gefährlich sein. Nahrung (und auch Speichel!) kann in die Atemwege eintreten und dort Entzündungen (Aspirationspneumonien) oder akutes Ersticken verursachen.

 

Manchmal bleibt das Eindringen von Speise und Speichel in die Atemwege (=Aspiration) sogar unbemerkt, weil der Hustenreflex ausbleibt. Man spricht dann von einer „stiller Aspiration“. Als Maßnahme hierfür müssen Atem- und Speiseweg – oft nur vorübergehend- durch eine (geblockte) Trachealkanüle künstlich getrennt werden.

Die Ernährung erfolgt dann primär über eine Magensonde (PEG= perkutane endoskopische Gastrostomie).

Schluckstörungen im Kindesalter

Auch bei Kindern ist bei schweren organisch bedingten Schluckstörungen die notwendige Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr häufig eine zeitlang nur durch Sondenernährung zu gewährleisten.

Das Erlernen des Sprechens ist durch fehlende Erfahrung normaler Bewegungsabläufe (gerade im Mundbereich) häufig sehr erschwert oder gar unmöglich.

 

Myofunktionelle Therapie

Bei funktionellen Schluckstörungen stoßen viele Kinder beim Schlucken mit der Zunge gegen die Vorderzähne (ca. 1000 mal am Tag!). Daraus resultieren Fehlstellungen der Zähne (z.B. Überbiss) und des Gebisses. Im weiteren Verlauf können auch Fehlbildungen von Lauten (z.B. Lispeln) auftreten.

Die myofunktionelle Störung beschreibt ein inkorrektes Schluckmuster durch eine Zungenfehlfunktion und einem muskulärem Ungleichgewicht der Zungen- und Lippenmuskulatur. Häufig wird die myofunktionelle Therapie von Kieferorthopäden zusätzlich zu kieferorthopädischen Maßnahmen verordnet.

Durch dieses Ungleichgewicht kann die orale Wahrnehmung beeinträchtigt sein. So kann es zu Störungen der Zahn- und Gebissentwicklung, pathologischen Veränderungen der Zahnstellung, Atem- und Schluckstörungen sowie Ausspracheauffälligkeiten kommen.