Cochlea-Implantat (CI)

Ein Cochlea-Implantat (CI) ist eine Innenohrprothese für hochgradig schwerhörige und gehörlose Kinder oder Erwachsene, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder gar keinen Nutzen mehr bringen.

Im „Sprechzimmer“ helfen wir Kindern und Erwachsenen bis ins hohe Alter dabei, ihr Hörvermögen mit dem CI zu verbessern. 

Wir unterstützen Menschen, damit sie trotz ihrer Beeinträchtigung des Hörens in ihrem Alltag besser zurechtkommen. Wie nehmen ggf. Kontakt mit Ihrem Versorger auf. Ziel unseres Trainings mit Ihnen ist die Verbesserung Ihrer individuellen Hörsituation, um Sie in ihrer persönlichen Lebens- und Arbeitssituation zu unterstützen.

In den persönlich auf Sie zugeschnittenen Therapien lernen Sie, das CI optimal für sich zu nutzen. Wir trainieren ganz nach Ihren Bedürfnissen die Verbesserung Ihrer Hörfähigkeit mit dem CI. Außerdem bieten wir Artikulations- und Stimmübungen, Übungen für eine gute Hörtaktik zum Schaffen günstiger Hörbedingungen im täglichen Umfeld sowie ein Training zur Bewältigung schwieriger Kommunikationssituationen im privaten und beruflichen Alltag (z. B. sich durchzusetzen bzw. zu Wort zu kommen). 

Das CI wandelt Schall in elektrische Impulse um, durch die der Hörnerv in der Hörschnecke stimuliert wird. So können Sprache und Töne wieder wahrgenommen werden. 

Der Höreindruck nach einer CI-Versorgung unterscheidet sich deutlich vom Hören mit einem Hörgerät oder dem Höreindruck eines gut Hörenden. Das CI erzeugt neue, bisher nicht gekannte oder schon lange nicht mehr erfahrene Hörwahrnehmungen, die verarbeitet und richtig zugeordnet werden müssen. Hören lernen mit einem CI ist ein kognitiver Vorgang, der sich durch intensives Training verbessern lässt.

Das Hören mit dem CI und einem anderen Gerät (Telefon, Fernsehapparat) kann durch technische Hilfsmittel unterstützt werden.

Die folgende Einteilung der Schwerhörigkeit nach dem Schweregrad, auch Hypakusis genannt, basiert auf der Skala der WHO inklusive klinischer Empfehlungen.

Grad der Schwerhörigkeit Mittler Hörverlust
(im Reintonaudiogramm
*)
Klinischer Befund Klinische Empfehlung
Grad 0 (normalhörig) 25 dB oder besser Patient kann Flüstersprache hören
(keine oder nur leichte Probleme bei der Kommunikation)
Verlaufskontrolle; bei Schallleitungsschwerhörigkeit OP-Indikation überprüfen
Grad I (geringgradige Schwerhörigkeit) 26-40 dB Umgangssprache wird 1 m vor dem Ohr verstanden Hörgerät ggf. empfehlenswert;
bei Schallleitungsschwerhörigkeit bzw. kombinierter Schwerhörigkeit ggf. operative Versorgung
Grad II (mittelgradige Schwerhörigkeit) 41-60 dB Lautes Sprechen wird 1 m vor dem Ohr verstanden Hörgerät empfehlenswert;
bei Schallleitungsschwerhörigkeit bzw. kombinierter Schwerhörigkeit ggf. operative Versorgung
Grad III (hochgradige Schwerhörigkeit) 61-80 dB Einige Worte werden bei sehr lautem Sprechen auf dem besseren Ohr verstanden Hörgerät erforderlich!
Falls kein Hörgerät möglich ist, Überprüfung, ob andere Hörsysteme (z. B. implantierbares Hörgerät oder Cochlea-Implantat) infrage kommen; unterstützend ggf. Lippenlesen und Zeichensprache
Grad IV (Hörreste oder Taubheit) ≥ 81 dB Keinerlei Sprachverständnis bei maximaler Lautstärke Versuch eines Hörgerätes; bei Scheitern besteht in der Regel die Indikation zur Cochlea-Implantation; unterstützend ggf. Lippenlesen und Zeichensprache

*Für den mittleren Hörverlust werden für jedes Ohr getrennt die Mittelwerte des Hörverlustes ermittelt. Dabei werden folgende Frequenzen untersucht: 500 Hz, 1.000 Hz, 2.000 Hz und 4.000 Hz.

Bei normal Hörenden werden Schallwellen durch die Luft geleitet, vom äußeren Ohr aufgenommen, durch den Gehörgang geschleust und anschließend die drei Knöchelchen des Mittelohres in Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen werden an die Schnecke des Innenohrs, die sogenannten Cochlea, weitergeleitet. Mehrere Tausend Haarsinneszellen in der Cochlea nehmen die Schwingungen auf und senden einen elektrischen Impuls über den Hörnerv zum Gehirn.

Bei vielen Menschen, die schlecht hören, liegt die Ursache im Außen- oder im Mittelohr. Diesen Menschen kann geholfen werden.

Bei anderen Betroffenen sind die Haarzellen im Innenohr, die den Schall normalerweise aufnehmen, geschädigt oder nicht vorhanden. Ist diese Schädigung gering, kann ein Hörgerät häufig eine große Hilfe leisten. Ist die Schädigung jedoch schwerwiegender, sind möglicherweise nicht genügend Haarzellen übrig, um den Schall über ein Hörgerät aufzunehmen, ist eventuell ein Cochlea-Implantat indiziert.

Ein CI ist ein hochtechnologisches Gerät, mit dessen Hilfe hochgradig schwerhörige Menschen hören können. Mithilfe des Gerätes und zielgerichtetem Training können sie besser kommunizieren und alltägliche Geräusche wahrnehmen.

Das CI sendet elektrische Impulse direkt an den Hörnerv und umgeht dabei die geschädigten Haarzellen. Die Voraussetzung für den Einsatz dieses Hilfsmittels ist ein intakter Hörnerv.

Ein CI besteht aus mehreren Bestandteilen. Einige Teile werden während einer Operation im Kopf implantiert, während andere Teile außen am Körper getragen werden.

Der Empfänger, auch Stimulator genannt, wird vom Operateur unter die Haut hinter dem Ohr implantiert und ist durch ein dünnes Kabel mit dem Elektrodenbündel verbunden. Diese Elektroden werden in die Schnecke eingeführt. Das Mikrofon sitzt hinter dem Ohr. Die durch einen Magneten am Kopf gehaltene Sendespule befindet sich direkt über dem implantierten Stimulator.

Der Sprachprozessor ist leicht, kompakt und relativ klein und kann hinter dem Ohr getragen werden.

Nach einer Wundheilungszeit von 3 bis 6 Wochen werden die externen Komponenten des Cochlea-Implantats angepasst. Der Sprachprozessor muss individuell programmiert und immer wieder nachjustiert werden. 

Anschließend müssen CI-Träger lernen, mit dem Gerät umzugehen und die neuen Hörwahrnehmungen zu interpretieren.

Wir helfen Ihnen gerne bei dieser Aufgabe und arbeiten dabei eng mit ihrem Versorger zusammen.