Stimmstörungen bei Berufssprechern

Als Berufsdysphonie werden funktionelle Stimmstörungen bezeichnet, die im Zusammenhang mit der Ausübung sprechintensiver Berufe (z. B. bei Lehrern, Erziehern und Schauspielern) auftreten. Es besteht ein Missverhältnis zwischen der geforderten und der realisierbaren Stimmleistung. Typisch sind zunehmende Heiserkeit nach zwei- bis dreistündigem Sprechen, Räusperzwang und Trockenheitsgefühl sowie Schmerzen im Halsbereich. 

Neben der individuellen stimmlichen Konstitution und Technik sind vor allem externe Risikofaktoren für die Entstehung einer Stimmstörung verantwortlich. Hauptfaktor ist hier die erhöhte Sprechbelastung, aber auch Hintergrundlärm, schlechte räumliche Akustik (z. B. für Sportlehrer in Turnhallen), niedrige Luftfeuchtigkeit und -qualität, ungünstige Arbeitshaltung, Stress, unzureichende technische Ausstattung, falsche Behandlung von Frühsymptomen, fehlende Stimmbildung in der Ausbildung sowie fehlende stimmliche Eignungsuntersuchungen.

Stimmstörungen treten bei ca. sechs Prozent der Bevölkerung auf, bei Berufssprechern wie Callcenter-Agenten, Lehrern und Erziehern dagegen zwei- bis dreimal häufiger.